Wir haben in Deutschland alle Voraussetzungen, um aus eigener Kraft neue Stärke zu gewinnen und neues Wachstum zu schaffen. Ich bin überzeugt, dass uns das gelingen kann. Neben den nachgewiesenen Qualitäten braucht es dafür nicht zuletzt die richtige Einstellung, mit der wir auf die Herausforderungen blicken. Und die lautet: Zuversicht. Denn wer dem eigenen Potenzial nicht traut, kann nicht gewinnen.
Wirtschaftliches Wachstum ist dabei weit mehr als eine Prozentzahl hinter dem Pluszeichen. Es sichert und schafft Beschäftigung, finanziert unseren Sozialstaat und bildet die Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Deshalb müssen wir jetzt die Voraussetzungen schaffen, damit Unternehmen wieder stärker investieren und erneut wachsen können.
Die Rahmenbedingungen dafür stellt die Politik. Als Markenverband setzen wir dabei auf den konstruktiven Dialog mit den demokratischen Kräften in Berlin und Brüssel. Ein starker europäischer Binnenmarkt mit fairen Wettbewerbsbedingungen, verlässliche internationale Partnerschaften, offene Märkte und der Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften sind wesentliche Voraussetzungen für unseren künftigen wirtschaftlichen Erfolg.
Die Bundesregierung hat mit ihrem Reformpaket im Juli 2026 wichtige Signale gesetzt. Das ist noch kein Durchbruch, aber ein Indiz für Zuversicht. Insbesondere die Beschlüsse für Bürokratieabbau, für schnellere Genehmigungsverfahren und zur Entlastung der Unternehmen weisen in eine gute Richtung. Diese Beschlüsse wollen wir nun auch konsequent in die Wirklichkeit umgesetzt sehen.
Die Rolle der EU für neue Chancen der Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland ist enorm. Die Mehrheit der Gesetze für unsere heimische Wirtschaft entsteht bei der Umsetzung europäischer Regulierung. Deshalb bringt sich der Markenverband neben der Arbeit in Berlin auch intensiv in Brüssel ein. Ob bei den Diskussionen um territoriale Lieferdifferenzierungen (TSC) oder die unfairen Handelspraktiken (UTP) – wir vertreten die Perspektive unserer Mitgliedsunternehmen bei den politischen Entscheidern mit belegbaren Beispielen aus der unternehmerischen Praxis.
Ich habe selbst an vielen Gesprächen teilgenommen, in denen wir als Markenverband an konkreten Beispielen erläutert haben, dass Wohlstand und Wachstum nur mit einem fairen, verlässlichen Wettbewerbsrahmen zu erreichen sind. Dass innerhalb Europas etwa unterschiedliche Preise für Waren bestehen, ist kein Ausdruck mangelnden Wettbewerbs, sondern im Gegenteil ein Zeichen für Märkte mit funktionierendem Wettbewerb. Fakt ist: Es kann in Europa keine Einheitspreise geben, weil es auch keine Einheitskosten gibt.
Es kann in Europa keine Einheitspreise geben, weil es auch keine Einheitskosten gibt.
Ein weiterer zentraler Punkt unserer Arbeit ist der Kampf gegen die wachsende Flut von gefälschten Markenprodukten über Online-Anbieter aus Nicht-EU-Staaten. In einer großen Allianz von 88 Organisationen aus ganz Europa treiben wir voran, dass diese Plattformen für den Vertrieb von illegalen und unsicheren Waren zur Verantwortung gezogen werden.
Auf Bundesebene ist es uns beim Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz mit gezielter Interessenvertretung und starken Argumenten gelungen, Überregulierung abzuwenden. Ursprünglich sollte eine neue Organisation zur Verpackungs-Vermeidung und -Reduktion geschaffen werden, die Unternehmen in Deutschland mit 90 Millionen Euro belastet hätte. Diese Organisation wird es nun nicht geben.
Als respektierter Anwalt unserer Mitglieder adressieren wir belegbaren Missbrauch von Marktmacht gegenüber dem Bundeskartellamt und werben weiter für ein Verbandsklagerecht nach dem Beispiel der Musterfeststellungsklage. Wir wissen: Schnelle Erfolge sind selten; starke Argumente, konstruktive Beharrlichkeit und Vertrauen bei Entscheidern zahlen sich auf Dauer aus.
Dass unser Verband gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten auf seine Mitglieder ganz unterschiedlicher Größe und aus vielen Branchen zählen kann, verstehen wir als großen Vertrauensbeweis. Mein herzlicher Dank gilt allen Mitgliedsunternehmen, unseren Vorständen sowie den vielen Expertinnen und Experten aus den Markenbetrieben, die sich mit großem Engagement intern in unseren Gremien sowie extern in politischen Gesprächen und öffentlichen Debatten für die Anliegen der Markenwirtschaft einbringen. Sie sind der Grund, weshalb der Markenverband zu jener starken Stimme geworden ist, die in der langen Verbandsgeschichte nachhaltig Gehör findet.
Mit Zuversicht gehen wir deshalb weiter voran: für die Erneuerung der Marke Deutschland und für starke Marken in Deutschland.