Aus Sicht der Markenwirtschaft darf die fortschreitende Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel nicht länger unterschätzt werden. Der Münchener Biohändler Vollcorner hat beim Oberlandesgericht Düsseldorf Beschwerde gegen die Entscheidung des Bundeskartellamtes eingelegt, Edeka die Übernahme von 178 Tegut-Filialen zu erlauben. Der Markenverband hatte die Freigabe bereits im Fusionskontrollverfahren kritisiert.
„Es ist gut, dass die Entscheidung des Bundeskartellamtes noch einmal vom OLG Düsseldorf vollumfänglich überprüft wird“, erklärt Dr. Andreas Gayk, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Markenverbandes, gegenüber der Lebensmittel Zeitung.
Kritik an schleichender Marktkonzentration
Aus Sicht des Markenverbandes greift es zu kurz, einzelne Übernahmen allein nach ihrer unmittelbaren Marktwirkung zu bewerten. Denn auch kleinere Zukäufe verstärken in der Summe die ohnehin hohe Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel. Damit wächst zugleich die Nachfragemacht der großen Handelskonzerne gegenüber den Herstellern.
Das Bundeskartellamt habe „leider erneut eine Gelegenheit verpasst, der Salami-Taktik der Edeka, sich scheibchenweise zu vergrößern, einen Riegel vorzuschieben“, kritisiert Gayk.
Der Markenverband fordert deshalb eine Fusionskontrolle, die auch die kumulativen Auswirkungen auf die Markt- und Nachfragemacht des Handels berücksichtigt. Jede weitere Konzentration verschärft das bestehende Ungleichgewicht zwischen Handel und Herstellern.
Bereits heute vereint ein Oligopol aus vier mächtigen Handelskonzernen über 90 Prozent Marktanteil im deutschen Lebensmitteleinzelhandel auf sich. Aldi, Edeka, Rewe und die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland teilen den Markt faktisch unter sich auf.
Den vollständigen Beitrag von Hanno Bender lesen Sie in der Lebensmittel Zeitung.

