Gemeinsame Pressemitteilung von 14 Wirtschaftsverbänden - Verbände fordern: Verbandsklagerecht effektiv, sachgerecht und angemessen gestalten

Pressemitteilungen

Berlin, 27.10.2021. 14 Verbände der deutschen Wirtschaft legen gemeinsam ein Konzept zu einer juristisch tragfähigen Umsetzung der neuen EU-Richtlinie zum Verbandsklagerecht in nationales Recht vor, das internationale Erfahrungen mit ...

Berlin, 27.10.2021. 14 Verbände der deutschen Wirtschaft legen gemeinsam ein Konzept zu einer juristisch tragfähigen Umsetzung der neuen EU-Richtlinie zum Verbandsklagerecht in nationales Recht vor, das internationale Erfahrungen mit Sammelklagen berücksichtigt.

Im Auftrag von 14 Verbänden der deutschen Wirtschaft hat Professor Dr. Alexander Bruns, LL.M. (Duke University) von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ein Gutachten zur Umsetzung der Richtlinie erarbeitet und die Ergebnisse heute in Berlin vorgestellt. Dabei wies Bruns darauf hin, dass sein Vorschlag einen Interessenausgleich darstelle, der neben den berechtigten Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher auch die Interessen der Unternehmen und das der Allgemeinheit an einer funktionsfähigen Justiz angemessen berücksichtige. „Es ging mir und den auftraggebenden Wirtschaftsverbänden nicht zuletzt auch darum, die Vorgaben der Richtlinie systematisch in das bestehende deutsche Zivilprozessrecht einzufügen“, beschreibt Bruns seinen Arbeitsauftrag. Daraus folgend gewährleiste sein Vorschlag die Beachtung folgender Eckpunkte:

  • kostenrechtliches Unterliegensprinzip („loser-pays-Prinzip“),
  • prozessuale Waffengleichheit,
  • Verfahrensfairness,
  • Verhinderung von Rechtsmissbrauch.

„Mein Vorschlag basiert auf einer Eins-zu-eins-Umsetzung der EU-Vorgaben, berücksichtigt die internationalen Erfahrungen mit Sammelklagen und gewährleistet damit eine Rechtsetzung mit Augenmaß“, resümiert Bruns.

Das Verbandsklagerecht ist ein Mittel zur effektiven und für die Kläger kostengünstigen Durchsetzung von Rechtsansprüchen gegen Unternehmen. Die „Richtlinie über Verbandsklagen zum Schutz der Kollektivinteressen der Verbraucher“ der Europäischen Union verpflichtet die Mitgliedstaaten erstmals zur Einführung nationaler und grenzüberschreitender Verbandsklagen. Die Richtlinie, die bis Ende 2022 in nationales Recht umzusetzen ist, lässt den EU-Mitgliedstaaten einen weiten Spielraum bei der Umsetzung, weil sie tiefgreifende Einwirkungen auf nationales Zivilprozessrecht bewirkt.

Aus Sicht der deutschen Wirtschaft stellen die Vorschläge eine effektive, sachgerechte und angemessene Umsetzung der Richtlinie sicher. Die beteiligten Verbände fordern die Politik auf, diese in dem anstehenden Gesetzgebungsverfahren zu berücksichtigen.

Einen Auszug des Gutachtens Umsetzung der EU-Verbandsklagerichtlinie finden Sie hier

Das Gutachten wurde im Auftrag der folgenden Verbände erstellt:

Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH)
Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI)
Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR)
Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW)
Bundesverband deutscher Banken e.V. (BdB)
Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, e.V. (VÖB)
Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V. (DIHK)
Deutscher Sparkassen- und Giroverband e.V. (DSGV)
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV)
Handelsverband Deutschland e.V. (HDE)
Markenverband e.V.
Verband der Privaten Bausparkassen e.V. (VdPB)
Verband deutscher Pfandbriefbanken e.V. (vdp)
Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft e.V. (ZAW)

Mehr Beiträge

24.03.2026

Verbändeallianz gegen Verschärfung des Regierungsentwurfs zum neuen Verpackungsgesetz

Im Februar 2026 hatte sich das Kabinett in Berlin auf einen Kompromiss zum Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) verständigt. Nun steht es auf der kommenden Bundesratssitzung wieder auf der Agenda.

09.03.2026

UTP-Richtlinie: Verschärfung ja – Verbot von Verkäufen unter Produktionskosten nein

Die EU überprüft derzeit die Richtlinie über unlautere Handelspraktiken (UTP). In der politischen Debatte wird nun ein Verbot von Verkäufen unter Produktionskosten der landwirtschaftlichen Erzeuger diskutiert. Eine breite Verbändeallianz…

30.01.2026

Illegale und unsichere Produkte in Europa besser bekämpfen

Markenhersteller stehen mit ihren Marken für Vertrauenswürdigkeit in hohe Qualität und Sicherheit sowie für innovative Lösungen. Die Vertrauenswürdigkeit von Marken wird untergraben, wenn qualitativ minderwertige, unsichere oder unter…

22.01.2026

Warum die Politik jetzt gegen unlautere Handelspraktiken vorgehen muss

Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel ist hochkonzentriert. Das macht vor allem mittelständischen Markenherstellern zu schaffen. Der Rechtsrahmen muss dringend überarbeitet werden.

15.12.2025

Umsetzung der EU-Verpackungsverordnung (PPWR) in deutsches Recht: Prioritäten, Risiken und Empfehlungen

Mehr Bürokratie, neue Zahlungsströme und 90 Mio. Euro Zusatzkosten jährlich? Der Markenverband warnt vor einer Übererfüllung der PPWR und fordert effiziente Verfahren, klare Anreize und den Verzicht auf neue nationale Strukturen.

19.09.2025

Weniger Bürokratie für praxistaugliches Umweltrecht

Die Europäische Kommission will mit einer neuen Initiative die Verwaltung im Bereich des Umweltrechts vereinfachen. Der Markenverband unterstützt dieses Ziel ausdrücklich.

09.09.2025

Ein erfolgreicher Binnenmarkt für alle: für Vielfalt, gegen neue Verbote

Position zur Diskussion um ein gesetzliches Verbot territorialer Lieferdifferenzierungen. Begründung, weshalb ein solches Verbot viele Risiken mit sich brächte und die Verbraucherpreise in Europa dadurch nicht gesenkt würden.

11.08.2025

EU-Verbraucheragenda muss zur Binnenmarktstrategie passen

Der Markenverband lehnt zusätzliche belastende Bürokratie im Bereich Verbraucherschutz ab. In der EU besteht bereits ein funktionierendes Regelwerk.

23.07.2025

Stellungnahme zum 3. UWG-Änderungsgesetz: Keine Übererfüllung der EU-Vorgaben

Neben den Vorgaben der EU-Richtlinie sieht der aktuelle Referentenentwurf zusätzliche Regelungen vor, die Unternehmen als übermäßig und praxisfern einstufen.

20.05.2025

Gefährliches Werbeverbot für Muttermilchersatzprodukte

Die World Health Organisation (WHO) plant eine Resolution zum Verbot von Werbung für Muttermilchersatzprodukte - für die Betroffenen hochgradig gefährlich.

09.05.2025

Keine Überregulierung des EU-Binnenmarkts

Markenverband will einen starken EU-Binnenmarkt für alle. Überregulierung lehnen wir konsequent ab. Es besteht kein Regulierungsbedarf bei territorialer Lieferdifferenzierung.

04.04.2025

Was es für Investitionen in Innovationen braucht

Hauptgeschäftsführer Patrick Kammerer ordnet ein, was die US-Zollpolitik für die Regierungsagenda und die Markenwirtschaft in Deutschland bedeutet.

04.03.2025

Verbraucher im ökologischen Wandel

Europäische Richtlinie „Empowering Consumers for the Green Transition“ vor Umsetzung in deutsches Recht. Markenverband bezieht Stellung.

28.02.2025

Kampf gegen Produkt- und Markenpiraterie

Markenverband fordert die Aufnahme des Kampfes gegen Produkt- und Markenpiraterie auf die Prioritätenliste der EMPACT-Plattform.

14.02.2025

Nachfragemacht des Handels

In einem Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden der Edeka-Zentrale, Markus Mosa, in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 09. Februar 2025 sind einige Fakten zu kurz gekommen, andere verlangen Widerspruch.

07.01.2025

Bessere Zusammenarbeit gegen unfaire Handelspraktiken in Europa

Die Europäische Kommission hat einen Vorschlag vorgelegt, wie nationale Behörden künftig enger zusammenarbeiten können, um unlautere Handelspraktiken („Unfair Trading Practices“, kurz UTP) in der EU wirksamer zu bekämpfen.

15.05.2024

Europa Manifest für die neue Legislaturperiode des EU-Parlaments

Für die kommende Legislaturperiode von 2024 bis 2029 stellt der Markenverband klare Forderungen an das Europäische Parlament.

13.02.2024

Europäische Zahlungsverzugsverordnung

Der Markenverband warnt vor den negativen Auswirkungen der geplanten neuen Verordnung zur Bekämpfung von Zahlungsverzug im Geschäftsverkehr.

05.02.2024

Wettbewerbsdurchsetzungsgesetz

Allgemeinwohl kann nur durch fairen Leistungswettbewerb gesichert werden, wenn missbräuchliches Verhalten auch von Nachfragern und im Oligopol verhindert wird.

09.11.2023

Europäisches Lieferkettengesetz (CS3D)

Für Marken ist die Achtung der Menschenrechte in ihren Lieferketten essentiell. Wichtige Ziele der Regelung dürfen nicht durch administrative Hürden gefährdet werden.

27.09.2023

Zertifizierung von Green Claims in der EU

Klares „Nein“ zu Greenwashing: Verbraucher müssen vertrauenswürdige Informationen über die Umweltfreundlichkeit der Produkte erhalten.

22.06.2023

Verbot von an Kinder gerichteter Werbung

Werbeverbote sind nicht geeignet, Übergewicht bei jungen Menschen zu bekämpfen – es braucht einen ganzheitlichen „Kinder-Gesundheitspakt“ für Deutschland.

02.11.2022

Reform des Verpackungsgesetzes

Markenunternehmen befürworten die Förderung ressourcenschonender Verpackungsdesigns und des Einsatzes von Rezyklaten.