Der Markenverband sieht in der Millionenstrafe der EU-Kommission gegen AliExpress einen ersten positiven Schritt im Kampf gegen die illegale Warenflut aus Asien. Patrick Kammerer, Hauptgeschäftsführer Markenverband, erklärt:
„Der Markenverband begrüßt die Entscheidung der EU-Kommission gegen AliExpress. Sie sendet ein wichtiges Signal. Wer den Verkauf gefälschter Produkte ermöglicht und damit Geld verdient, muss zur Rechenschaft gezogen werden. Jetzt müssen weitere Schritte folgen. Zum besseren Schutz vor gefährlichen und unsicheren Produkten brauchen wir auch dringendes Handeln gegen die Flut von gefälschten Markenprodukten.
Verbraucherinnen und Verbraucher in der EU werden millionenfach getäuscht, Markenhersteller aus vielen Branchen werden betrogen.
Es entsteht alleine in Deutschland ein Schaden von fast acht Milliarden Euro pro Jahr. Rund 64.000 Arbeitsplätze sind dabei bedroht.
Wir fordern: Es darf keine Haftungslücke geben. Ist kein verantwortlicher Wirtschaftsakteur in der EU greifbar, müssen Online-Plattformen selbst haften. Plattformbetreiber müssen Fälschungen aktiv bekämpfen. Der Digital Services Act muss nachgeschärft werden: Einmal als Fälschung identifizierte Produkte dürfen nicht immer wieder auf den Plattformen auftauchen, sondern müssen dauerhaft entfernt werden. Außerdem müssen Online-Marktplätze verpflichtend an das europäische Schnellwarnsystem Safety Gate angebunden werden.
Markenfälschungen und unsichere Produkte gefährden Arbeitsplätze und die Gesundheit der Konsumenten. Sie untergraben zudem das Vertrauen der Menschen in Europa. Ein wirksames Vorgehen gegen Marken- und Produktpiraterie muss deshalb ein zentrales Anliegen für die Politik sein. In Berlin und Brüssel.“
Hintergrund
Die EU-Kommission hat am 20. Juli 2026 eine Strafe von 550 Millionen Euro gegen den chinesischen Online-Händler AliExpress verhängt. In der Begründung heißt es, Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa stünden vor einem großen Risiko, über die Plattform gefährliche, giftige oder gefälschte Produkte zu beziehen. AliExpress würde dabei in mehrfacher Hinsicht gegen Europäische Digitalregeln verstoßen.
